Die Polnisch-Ukrainische Handelskammer gehörte zu den Organisationen, die die „Gemeinsame Botschaft von Danzig“ mitverfasst und unterzeichnet haben – eine gemeinsame Position der Zivilgesellschaft zum Wiederaufbau der Ukraine und zur europäischen Integration. Das Dokument wurde auf dem Forum der Zivilgesellschaft 2026 vorgestellt, das am 24. Juni im Europäischen Solidaritätszentrum in Danzig stattfand.
Die Beteiligung der Handelskammer an der Erstellung des Dokuments ist Teil ihrer langjährigen Bemühungen um die Entwicklung der polnisch-ukrainischen Wirtschaftskooperation und die aktive Einbindung des Privatsektors in den Wiederaufbauprozess der Ukraine. Gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, internationalen Partnern und Experten der PUIG erarbeitete sie Empfehlungen, die auf der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz 2026 vorgestellt werden sollen.
Die „Gemeinsame Botschaft von Danzig“ ist eine gemeinsame Erklärung ukrainischer und internationaler Organisationen, die am Wiederaufbauprozess beteiligt sind. Das Dokument betont, dass der Wiederaufbau der Ukraine ein menschenzentrierter Prozess sein muss, der auf Menschenrechten, Transparenz und einer echten Partnerschaft zwischen öffentlicher Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft beruht.
Wie die Verfasser der Gemeinsamen Botschaft von Danzig betonen, muss der Wiederaufbau der Ukraine nicht nur auf Infrastrukturinvestitionen beruhen, sondern vor allem auf Partnerschaft und Verantwortung für die Zukunft des Landes: „Der Wiederaufbau der Ukraine sollte menschenzentriert sein, auf der Achtung der Menschenrechte beruhen und in Form einer echten Partnerschaft umgesetzt werden, in der die Zivilgesellschaft nicht nur Teilnehmerin, sondern strategische Mitgestalterin des Prozesses ist.“
Das Dokument hebt insbesondere die Rolle der zivilgesellschaftlichen Organisationen hervor, die die Ukraine seit Beginn der umfassenden Aggression Russlands sowohl bei humanitären Maßnahmen als auch bei systemischen Reformen unterstützen: „Zivilgesellschaftliche Organisationen haben die europäische Integration der Ukraine und den Reformprozess unterstützt, indem sie an der Gestaltung öffentlicher Strategien mitwirkten, unabhängige Expertise bereitstellten, innovative Wiederaufbauprojekte umsetzten und Instrumente zur Verbesserung von Transparenz und Rechenschaftspflicht entwickelten.“
Das Dokument skizziert eine Reihe von Maßnahmen, die für einen effektiven Wiederaufbau der Ukraine notwendig sind. Zu den wichtigsten Vorschlägen gehören:
- Anerkennung der Zivilgesellschaft als Mitgestalterin des Wiederaufbauprozesses;
- Beschleunigung von Reformen im Zusammenhang mit der europäischen Integration;
- Entwicklung widerstandsfähiger und dezentraler Energiesysteme;
- Erhöhung der Investitionen in Wohnungsbau, Bildung, Gesundheitswesen und Humankapitalentwicklung;
- Unterstützung der Wiedereingliederung von Veteranen, Binnenvertriebenen und besonders vom Krieg betroffenen Gruppen;
- Entwicklung von Partnerschaften zwischen Gemeinden, lokalen Regierungen, europäischen Institutionen und Unternehmen;
- Erhöhung der direkten Finanzmittel für lokale Einrichtungen, die am Wiederaufbau beteiligt sind.
Das Dokument betont außerdem, dass ein dauerhafter Wiederaufbau der Ukraine ohne die Gewährleistung von Sicherheit, Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht für die Folgen der russischen Aggression nicht möglich sein wird.
Die Gemeinsame Botschaft von Danzig wurde offiziell im Rahmen des Forums der Zivilgesellschaft 2026 als Teil des Panels „Präsentation der Gemeinsamen Botschaft von Danzig & Podiumsdiskussion – Wie bringen wir diese Botschaft weiter?“ vorgestellt. An der Debatte nahmen Vertreter internationaler Organisationen, Expertenkreise und der ukrainischen Zivilgesellschaft teil.
Das Forum brachte führende Vertreter sozialer Organisationen, Repräsentanten der öffentlichen Verwaltung, Experten und internationale Partner zusammen, die am Wiederaufbau der Ukraine beteiligt sind. Zu den Rednern gehörten die Friedensnobelpreisträgerin Oleksandra Matviichuk, der Präsident der Stefan-Batory-Stiftung, Edwin Bendyk, sowie Vertreter der Regierungen von Polen, der Ukraine, Deutschland, Großbritannien und den nordischen Ländern.
Die Beteiligung der Polnisch-Ukrainischen Handelskammer an der Ausarbeitung und Unterzeichnung der „Gemeinsamen Botschaft von Danzig“ bestätigt, dass ein effektiver Wiederaufbau der Ukraine eine enge Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen Sektor, der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft erfordert. Die Wirtschaft wird eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Investitionen, dem Wiederaufbau der Infrastruktur, der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Beschleunigung der Integration der Ukraine in die europäische Wirtschaft spielen.